Rezension: "Wenn das Leben dich nervt, streu Glitzer drauf" - mara Andeck

Zehntausend Stunden und Wu Wei

Genre: Romantik

 

 

"Vor ungefähr einem Jahr, an einem sonnigen Tag im Mai, saß ich zufrieden in meinem Zimmer und häkelte Topflappen."       (S.9)

 

 

Verlag: Boje

 

Ausführung: Hardcover

 

ISBN 978-3-414-82432-5

 

Preis 12,99 [D]

  13,40 [A]

 

 

Die Handlung

Tess ist genervt.  Schon immer entscheiden ihre Eltern über ihren Kopf hinweg, doch jetzt gingen sie zu weit! Sie soll doch tatsächlich in einem Haus wohnen mit ihrer gesamten lauten Familie; 4 nervige Cousinen, beziehungsweise Cousins, Cousin und Student Basti, Tante und Onkel, Großvater, ihre Eltern und sie. Angeblich solle davon jeder profitieren. VON WEGEN, denkt sich Tess und sucht Mittel und Wege, dem zu entkommen. Leider ohne Erfolg.

Bye, bye, Sommer in Spanien mit der besten Freundin Jojo und hallo Großfamilienleben!

Hiermit wäre das Chaos komplett: Die Walters in einem Haus. Dabei hatte Uropa Ignatz ihnen doch allen ein Gen vererbt, durch welches sie laut waren und alles niedermetzelten,was ihnen im Weg stand, wie ein verdammter Wirbelsturm.

Doch es kommt noch schlimmer, als Austauschschülerin Mia aus Finnland - die sich als männlicher herausstellt als zuvor gedacht -  ihr nun auch noch den Rest ihrer Privatsphäre rauben soll!

Tess, die bisher der festen Überzeugung war, die Welt mit Beschwerdebriefen retten zu müssen, muss nun plötzlich ihr eigenes Leben in die richtigen Bahnen lenken - ob nun mit der Zehntausend-Stunden-Regel oder Wu Wei. Sie muss beweisen, ob nun doch auch in ihr ein Fünkchen Erwachsensein steckt.

Tess streut von nun an Glitzer auf ihr eigenes Leben - und da ist Jojos Glitzernagellack der beste Anfang.

Die Rezension

Kommen wir zuerst einmal zu den Charakteren:

Tess, die Protagonistin, gehört jetzt zwar nicht unbedingt zu meiner Top10 der Lieblingshauptpersonen, doch sie hat Pfiff. Ihre Einzelkindmarotten und ihr Drang dazu, allein gegen die Ungerechtigkeiten auf der Welt zu kämpfen, bringt einen nicht nur zum Schmunzeln - nein, weitaus mehr, man wird dadurch mitgerissen. Mir wurde es durch ihre seltsamen Einfälle, die ihr immer mal wieder aufkamen, nie langweilig. Und ich bin mir sicher, dass ich dabei nicht die einzige sein würde.

Doch Tess ist natürlich nicht die einzige wichtige Person, die einen größeren Einfluss auf die Geschichte hat, als ein Postbote, der auf der Straße an der Protagonistin vorbeirennt und kein Wort spricht...

Da wäre noch Cousin Basti mit einer Schwäche für schlechte und laute Musik, die man durch das gesamte Haus hört, der Philosophie studiert und folglich mit Weisheiten geradezu um sich schmeißt. Durch seinen intressanten Musikgeschmack springen schließlich ihre beiden Cousinen in rosaroter Bonbonfarbe mit ihm laut singend durchs Zimmer: Lucy und Lotte. Die beiden Zwillings-Quälgeister scheinen als oberstes Hobby zu haben, Tess zu nerven. Oder nicht? Weniger nervt sie Lilith, die mittlerweile eine betont coole Phase durchmacht, wegen der sie Tess weniger verbal angreift, doch auch sie ist laut - was auch sonst? Und der vierte der L-Kinder wäre Leo, der Jüngste, auch er aktuell in einer schwierigen Phase: Leo wirft mit frei erfundenen Schimpfwörtern um sich und lacht sich dann darüber schlapp. Was tun die Eltern der vier schrecklichen Kinder dagegen? Genau. Nichts. Stattdessen macht Tante Gwenny Tess runter und tut so, als wäre die Vierzehnjährige schlecht erzogen (wobei Tess' Eltern auch wirklich schreckliche Pädagogen sind und sie als ihr Versuchspbjekt zu nutzen scheinen). Dabei sind ihre Kinder doch das allzu gut vernehmbare Grauen!

Aber zum Glück gibt es ja noch Opa. Zwar ist er nicht gerade kompetent im Probleme lösen, doch er verteidigt Tess wann immer es nötig scheint und auch die Inhaberin des Antiquitätenladens, der in der untersten Etage des Hauses ist, scheint ihre Rettung zu sein. Durch Frau Wunderlich (wobei ich ihren Namen für Recht wenig einfallsreich halte) kann sie vor dem Familienwahnsinn flüchten - und auch vor dem neuen Finnen im Haus.

Nicht zu vergessen: Uropa Ignatz...

"Uropa Ignatz lebte vor ungefähr zweihundert Jahren [...] Sein Beruf war es, die Soldaten auf dem Schlachtfeld mit Trommeln anzuspornen und den Feind zu erschrecken, und das machte er gut. Weil ihm seine Trommeln dafür irgendwann zu leise waren - und er war  der Einzige, der dieser Meinung war -, tauschte er sie gegen Zimbeln aus. Das sind große Becken aus Messing, die man scheppernd aneinanderschlägt. Tsching BUMM."

(S.26)

Zusammenfassend: Ich liebe die bunte Vielfalt der Charaktere. Es ist genial umgesetzt mit den verschiedenen Figuren, die Tess immer weiter aufwühlen und ihr Leben endlich erfrischen. Ich finde es auch spannend zu beobachten, wie schnell sich alle Menschen hier wandeln können, beziehungsweise immer wieder neue Seiten von sich zeigen können.

Und worin ich mich auch verliebt habe ist der locker-leichte Schreibstil der Autorin Mara Andeck, mit dem auf humorvolle Art und weise Tess' Geschichte übermittelt wird.

Und natürlich nicht zu vergessen das Cover und den Titel. Durch diese beiden Faktoren wollte ich das Buch auch unbedingt haben, ungeachtet des Klappentextes.

Und was ich auch toll fand waren die Briefe und SMS, die man ziwschen jedem Kapitel vorfand. Die sind wirklich erheiternd.

Das Fazit

Ein leichter, sommerlicher Roman zum Träumen, Lachen und Glücklichsein. Unbedingt lesen!

5/5 Sternen

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Kommentare: 6
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