Dare to love 7: "Aller Anfang ist Küssen" - Carly Phillips

Er will sie unbedingt zurück, doch sie muss zuerst ihre Ängste los lassen...

"Mittlerweile betrachtete Avery ihren Vater als eine Art Donald Trump von Miami mit Hang zur Bigamie. Doch damals war sie nicht darauf vorbereitet gewesen, im Zentrum der Medienaufmerksamkeit zu stehen."

    ~ C. Phillips, "Aller Anfang ist küssen", S.43

 

Genre: Erotik

Verlag: Heyne

Ausführung: Taschenbuch

ISBN: 978-3-453-41986-5

Preis: 9,99 [D]

           10,30 [A]

© Cover- und Zitatrechte: Heyne

Die Handlung

Grey:

"Ich wollte etwas Besseres sein als der nichtsnutzige Sohn, den er in mir sah. Nur weil mein Kopf anders funktioniert als seiner oder der meiner Schwester. Ich war nicht wertlos"

~ S. 105

Avery:

"Scheiße, dachte Grey. Ihm blutete das Herz, als er den Schmerz sah, den sie sich nicht eingestehen wollte. Ihr Vater hatte keine Ahnung, was er seinen Kindern antat, besonders Avery, die für sein anderes Kind Knochenmark gespendet hatte und emotional am direktesten betroffen war."

~ S. 205

Grey, ein Rockstar, bricht sein komplettes Leben im Rampenlicht ab. Bloß um Avery Dare, seine große Liebe, wieder zurück zu gewinnen.

Doch schnell wird klar, dass er sich das einfacher vorgestellt hat, als es tatsächlich ist. Denn Avery hat Probleme mit den Menschenmassen, die sich um ihn versammeln wo auch immer er auftaucht. Dies rührt von einer grauenhaften Geschichte aus ihrer Vergangenheit her. Doch das Leben an Greys Seite bringt genau das mit sich, was sie so hasst: verrückte Stalker-Groupies, grauenvolle Artikel in der Presse über sie und vor allem spült es die Probleme mit ihrem Vater wieder an Land.

Was sie sich teilen? Sie beide haben Väter, die ihnen ihr Leben schwer gemacht haben.

Die Rezension

Kaum, dass ich das Buch in meinen Händen hielt, fiel mir auf, dass dieser Roman extrem dünn ist. Bei einer so geringen Seitenzahl war direkt klar, dass die Geschichte Lücken haben musste. Zum Beispiel fehlte mir ein wenig die Erklärung, warum genau der Manager Greys jetzt einen so riesigen Hass auf den Rockstar hatte, dass er ihn nach allen Regeln der Kunst sabotieren wollte. Oder auch den Konflikt zwischen Grey und Averys Brüdern, die ihn schlichtweg nicht ausstehen können.

 Allerdings führte die Kürze natürlich auch daraufhin, dass sich das Buch extrem schnell lesen lies. Ebenso wie der leichte und schlichte Schreibstil, den die Autorin in diesem Roman an den Tag legte. Es ließ sich alles sehr flüssig lesen und man musste nicht zwischendurch die Lektüre abbrechen, um kurz durch zu atmen.

Stattdessen konnte man die Geschichte des Paares, welches in der Abschlussklasse mal zusammen war, ganz auf sich wirken lassen.

Grey, der sich damals von Avery getrennt hatte, um sich gänzlich seiner Musikkarriere zu widmen, hat nun plötzlich kapiert, dass das wahre Glück in der Liebe liegt und diese Liebe niemand geringeres sein konnte, als Avery, die er noch immer nicht aus dem Kopf bekam. Doch zuvor gab er sich in jugendlichem Unwissen recht oberflächlich: Seinen Eltern wollte er eine Villa kaufen, bloß da es ihm peinlich war, dass sein Stiefvater Hausmeister und seine Mutter Reinigungsfachkraft waren. Doch jetzt, da er hinter das Geheimnis des Glücks gestiegen war, bereute er sein damaliges Verhalten und dass er sich danach nicht mehr weiter um seine Eltern gekümmert hatte.

Sein erster Schritt ins Glück war, Avery VIP-Karten zu hinterlegen und so ein Wiedertreffen zu arrangieren. Plan hinten und vorne gescheitert. Avery erblickte ihn in folgender Situation: umklammert von einem wasserstoffblonden Groupie.

Avery rennt in vollkommener Verwirrung davon. Das nächste Treffen ist dann bei einem Restaurant, in welchem sie früher immer essen waren. Auch dieser Plan ging nicht gänzlich auf. Stattdessen werden sie von Fans umzingelt. Was Avery ihrem Wesen entsprechend nicht gerade gut gefällt.

Die Bloggerin in Sachen Mode und Make-Up wollte nämlich eigentlich ein Leben möglichst weit weg vom Promitrubel und Paparazzi führen. Hinter ihrer Kamera konnte sie sich nämlich weitestgehend verstecken, da sie nur so viel von sich zeigte, wie sie selbst für gesund hielt. Avery ist durch und durch ein Familienmensch und so ist ihr ihre Familie sehr wichtig. Als Kind hatte sie Knochenmark für Sienna gespendet, ihre Halbschwester. Damals kam heraus, dass ihr Vater eine Zweitfamilie hatte und sie kam sich seitdem ausgenutzt als Spenderin vor. Doch nun betätigt sie sich ehrenamtlich im Krankenhaus und setzt sich für Krebskranke ein, ja, organisiert sogar einen Ball für die Kinder.

Dementsprechend ist mir Avery auch sehr ans Herz gewachsen.

 

Da es ja ein Erotikroman ist, bleiben Sexszenen selbstverständlich nicht aus - wäre auch ziemlich unlogisch. Aber es ist auch allgemein bekannt, dass man beim Beschreiben solcher Szenen als Autor unglaublich viel falsch machen kann. Diese Szenen musste ich glücklicherweise nicht zigtausend Mal lesen, um überhaupt den Inhalt zu verstehen, weil sich das, was sie taten nicht nachvollziehen ließ. Es war gut beschrieben und abwechslungsreich.

 

Übrigens muss man die Reihe nicht in der vorgesehenen Reihenfolge lesen. Ich als Quereinsteigerin verstand den Inhalt auch so. Die Geschichte wird am Ende abgeschlossen.

Das Fazit

Die Protagonistin Avery liebe ich unheimlich und bewundere sie auch in gewisser Weise. Auch Grey mag ich, doch er hechelt ihr meiner Meinung nach zu übertrieben hinterher. Beiden Charakteren sowie auch den Hintergründen fehlt es ein wenig an Tiefe. Ein Paar Seiten mehr hätten also nicht geschadet.

Trotzdem ist die Geschichte eigentlich sehr schön.

3/5 Sternen

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