"Ein Diktator zum Dessert" - Franz-Olivier Giesbert

"Am Tag meiner Geburt waren die drei Personen, die die Menschheit heimsuchen sollten, bereits auf dieser Welt: Hitler war achtzehn Jahre alt, Stalin achtundzwanzig und Mao dreizehn. Mein Geburtstag fiel in das falsche Jahrhundert: ihrs."

    ~ S. 21

Genre: Historischer Roman, Humor

Verlag: Penguin Verlag

Erscheinungsdatum: 16. März 2015

Ausführung: Taschenbuch

Seitenanzahl: 335 (mit Anhang)

ISBN: 978-3-328-10060-7

Preis: 10,00€[D]; 10,30€[A]

© Cover- und Zitatrechte: Penguin

 

Die Handlung

Rose, geboren im Jahr 1907, ist nun hunderundvier Jahre alt, aber fühlt sich wie eine Art Rocker-Omi. Sie hört Patty Smith, fährt Motorrad und hat immer einen Colt der Verteidigung halber in der Tasche - was man als alte Dame halt so benötigt. Doch ebenso fühlt sie sich auch endlich alt genug, ihr Memoiren zu schreiben. Über das aufregende, mitreißende und unglaublich gefährliche Jahrhundert der Mörder, dass sie aus erster Reihe erlebt hat. 

Die Rezension

Die Geschichte ist äußerst humorvoll geschrieben. So wurde Rose am 18. Juli 1907 auf einem Baum geboren, weil ihre Mutter die Katze herunterholen wollte, als plötzlich die Wehen einsetzten (da fragte ich mich: Wie bitte soll das möglich sein?). Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber meiner Meinung nach, ist dieser Roman mit viel zu viel humor zugepackt, der einem kaum mehr Zeit zum Atmen lässt, während Rouzane zuerst auf der Flucht vor den Muslimen ist, die zu dieser Zeit zum Dschihad (heiliger Krieg der Muslime zum Zwecke der Ausbreitung und Verherrlichung des Islam) gegen die christlichen Armenier aufrufen. Sie ist das einzige Überlebende Familienmitglied dieser Tragödie. Kurz darauf kommt sie für drei Jahre zu einem Herrn, der sie missbraucht, ehe er sie weiter verschenkt an einen Mann mittleren Alters, der die nun Zehnjährige ebenfalls missbraucht. Doch durch diesen gelangt sie auf einem Frachter. Am Hafen gelingt ihr dann die Flucht. Ihr nächstes Schicksal ist das Durchsuchen von Mülltonnen. 

Durch weitere Umwege gelangt sie schließlich mit 11 zu einer Pflegefamilie, die ihr nochmals zeigt, was Liebe heißt und sie zu kochen lehrt. 

Dadurch lernt sie schließlich Heinrich Himmler kennen, für den sie kocht nachdem ihr Mann ins KZ Dachau gebracht wurde. Außerdem verköstigt sie auch noch den Diktator Hitler.

Dann wird sie abermals vergewaltigt. 

Ich finde einfach, dass die Geschichte alles andere, als auch nur ansatzweise einen Sinn ergibt, geschweige denn realistisch sein könnte. Und das fing auch schon bei Geburt an. 
Trotz der unendlichen Witze über ihr Leben und des humorvollen Schreibstils, konnte mich das Buch schlichtweg gar nicht packen; vielmehr hat es mich gelangweilt. Brutalität folgte auf erneute Brutalität und ein Ereignis kam nach dem anderen, Schlag auf Schlag. Man hatte keine Pause, um mal zur Ruhe zu kommen und dennoch war es einfach langweilig. 

Ich hatte mir so viel mehr erhofft, hoffte, dass es vielleicht ähnlich witzig wäre, wie "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und dann verschwand" von Jonas Jonasson. Doch ich hatte mich in dieser Beziehung rundum getäuscht. Wie kann man etwas dergleichen dramatisches bloß mit Humor erzählen? Das hat mich geradezu schockiert. 

"Giesberts Heldin Rose ist so ungeheuerlich wie das Jahrhundert der Mörder, das sie soeben durchlebt hat. Und dabei irrsinnig sympathisch."

~ L'Express

Entschuldigung, aber dem kann ich nicht so recht zustimmen. Rose ist ungeheuerlich, das ja... Aber sympathisieren konnte ich mit dieser Protagonistin nicht. 

Das Fazit

Ein Roman, der einem zwar zeigt, wie unumwunden schrecklich dieses Jahrhundert war mit all den Morden, der mir aber nicht gefiel. Ganz und gar nicht. Ich hatte mir etwas anderes vorgestellt. Und auch nur eine positive Überraschung blieb aus. Ein kleiner Lichtblick war der Anhang. 

1/5 Sternen


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