"Wolkenschloss" - Kerstin Gier

"Hat dir schon mal jemand gesagt, dass du sehr ... liebe Augen hast? Sie sind nicht braun, nicht grau und auch nicht richtig grün, sondern irgendwas dazwischen, so schön. [...] Als würdest du von innen heraus leuchten. Wenn du einen so anschaust, dann möchte man dir sofort all seine Geheimnisse anvertrauen."

~S.177


Die Handlung

"Etwas Feuchtes landete auf meiner Nasenspitze, dann auf meiner Hand und meiner Wange. Es hatte angefangen zu schneien, dicke, große Flocken, die um uns herumschwebten, als ob sie mittanzen wollten."

~S.253

Willkommen im Wolkenschloss!

Ein Grand Hotel im Herzen der Schweizer Alpen. Doch hinter der strahlenden Fassade lauern viele Intrigen und Geheimnisse.

Fanny, die Praktikantin in diesem Jahr, arbeitet in der Kinderbetreuung. Neben einem kleinen nervigen Jungen namens Don, der sie allzu gerne auf die Palme bringt, gibt es natürlich mehr als genug Kinder von reichen Familien.

Hier den Durchblick zu erhalten ist nicht so leicht. Zum Glück hilft ihr der nette Hotelierssohn Ben dabei, das Chaos zu entwirren.

Was ist zum Beispiel mit dem kostbaren Diamanten der Oligarchengattin? Und wieso klettert der gutaussehende Tristan im Schutz der Nacht immerzu die Fassade hinauf, anstatt Treppe oder Lift zu nehmen?

Hält sich tatsächlich der Grand-Hotel-Kidnapper im Hotel auf?


Doch Fanny ahnt nicht, dass sie allzu bald in ein lebensgefährliches Abenteuer hinein gezogen wird.

Die Rezension

Was kennt man von Kerstin Giers Romanen natürlich ganz besonders? Klar, den unverwechselbaren Humor. Da kann in der schlimmsten Notsituation dennoch eine witzige Bemerkung fallen, dass man als Leser gleich lachen muss. Es ist einfach köstlich amüsant und Balsam für die Seele, ihre Romane zu lesen. 
Natürlich trifft man auch bei "Wolkenschloss" wieder eine Auswahl an interessanten Figuren an. So zum Beispiel Pavel:

"Pavel war der Herr über die Waschmaschinen [...] im Keller des Hotels, ein riesiger, muskelbepackter, bärtiger Glatzkopf mit Tattoos von Totenköpfen, Schlangen und Drudenfüßen auf den Armen, den man sich gut als Türsteher in einem zwielichtigen, satanischen Nachtclub vorstellen konnte. Jedenfalls bis man ihn hingebungsvoll den Kragen einer Zimmermädchenuniform bügeln sah und dazu 'Ave Maria' singen hörte."

~S.34

Oder auch die beiden Kinder des Thriller-Autors, der selbst schon einen an der Klatsche zu haben scheint:

"Anton hatte sein Einhorn 'Glitzertod' genannt, das von Elias hieß 'Flauschmörder', aber ansonsten schienen sie ganz normale Kinder zu sein."

~S.150

Dann wäre da natürlich auch noch Hauptfigur Fanny, aus deren Sicht geschrieben wird. Sie ist eine etwas verpeilte, aber unendlich liebenswerte Persönlichkeit, die von einigen der Worte, die Fräulein Müller, gestrenge Hausdame, so nutzt, noch nie gehört hat:

"Vandalen. (Vermutlich Verwandte der Hottentotten.)" 

~S.57

Fanny muss man einfach lieben. 

Der Schreibstil, in dem geschrieben wird, scheint übrigens mit noch mehr Liebe zum Detail versehen zu sein, als in den zwei Bestseller-Trilogien zuvor. 


Es sind so viele wundervoll durchdachte Charaktere die kann man kaum alle aufzählen, aber zwei wären es noch, die dem Buch noch einen gewissen Charme verleihen. 
Einmal der neunjährige Don Burkhard junior, ein Teufelsbraten aus Zürich, der mit Mafiosi-Methoden Fanny die Nerven raubt. 
Und dann natürlich noch Ben, der ständig die süßesten Dinge zu Fanny sagt, dann aber mit "Namenvergessen" noch viel lieber zusammen zu sein scheint. 

Das Fazit

Kerstin Gier hat mal wieder einen humorvollen und sehr spannenden Roman geschrieben, der mit vielen einzigartigen Charakteren überzeugt. Wobei der Schreibstil sich nochmal um einiges gebessert hat; er ist viel detaillierter geworden.
Da hat sich das anstrengende und sehnsüchtige Waten über zwei Jahre doch irgendwie auch gelohnt.

5/5 Sternen - ich hätte gerne noch mehr gegeben

Kerstin Gier

Nachdem die 1966 geborene Autorin 1995 das Schreiben für sich entdeckt hatte, begann sie erstmal damit, Romane für Erwachsene zu schreiben. Darunter "Die Müttermafia" und "Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner".

Dann startete sie mit Jugendromanen - und das sehr erfolgreich: "Die Edelsteintrilogie" und die "Silber"-Trilogie wurden zu internationalen Bestsellern.



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